Gehen Bällen die Federn aus?

Lieferengpässe wegen Vogelgrippe: Wie Badmintonvereine auf Preiserhöhungen reagieren

SALZGITTER/HOHENASSEL. Die Vogelgrippe (H5N1) hat auch den Badmintonsport erreicht. Auf Grund der Massenvernichtung des Federviehs, speziell in Asien, bekommen die Hersteller von Natur-Badmintonbällen keine neuen Federn.

Die Restbestände gehen langsam aber sicher zur Neige und somit können die Produktionszahlen früherer Tage nicht mehr erreicht werden. Folglich steigen die Preise der Bälle.

Wie reagieren die Vereine und Badmintonabteilungen in Salzgitter und Umgebung darauf? "Ich habe die Preiserhöhung bereits Anfang des Jahres mitgekriegt und kaufe trotzdem weiterhin die etwas teureren Bälle für Training und Spielbetrieb. Man zahlt zwar 2 Euro mehr pro Rolle, dafür halten die Bälle länger", erklärt Bernd Reuther, Badminton-Abteilungsleiter beim TSV Salzgitter.

Ähnlicher Meinung ist auch Horst Lüddecke, Vorsitzender der Badmintonsparte im SC Salzgitter Sportfreunde: "Ich sage immer, dass die billigen Bälle im Endeffekt die Teureren sind. Denn wir benötigen für ein Spiel zwei bis drei Bälle, während Mannschaften mit günstigeren Modellen meist fünf bis acht benötigen, da kommen wir letztlich günstiger bei weg." SCS-Sportwart Jürgen Seide fügt hinzu: "Ich habe vor kurzem 50 Rollen bestellt und keinerlei Probleme bei der Lieferung gehabt. Die vorhanden Bälle müssten bis zum Sommer reichen." Es gäbe also keine Veranlassung, die Marke zu wechseln.

Beim SV Glück Auf Gebhardshagen wird hingegen schon seit Jahren auf die preiswerteren Federbälle gesetzt. Vereinsmitglied Harald Hartung sagt: "Ich war schon immer bemüht, günstige Bälle zu kaufen und beziehe sie über einen Schweizer Fabrikanten."

Ähnlich geht der Hohenasseler SV vor. "Wir kaufen unsere Bälle bei privaten Händlern, da kommen wir besser bei weg, als wenn wir teure Markenprodukte kaufen", erklärt Spieler und Sportgeschäftbesitzer Holger Ohlms. – Die Vereine gehen also höchst unterschiedlich mit der Preiserhöhung der Badmintonbälle um. Ein Supergau wäre jedoch für alle, ein Badmintonsport komplett ohne den Ball mit den je 16 Gänsefedern. Plastikbälle sind nach Sportlermeinung keine Alternative.

Von Michael Hahn

Quelle: newsclick.de -> Regionalsport -> Salzgitter
Mittwoch, 29.03.2006

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